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Fina

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1

Dienstag, 7. Februar 2012, 12:34

Schutztrieb

Weiter unten wird ein Altdeutscher Hütehund mit Schutztrieb gesucht. Und es wird erwähnt, daß dies für die süddeutschen Schläge typisch sei.
Kann dazu jemand von Euch etwas Genaueres sagen? Weshalb ist das so?
Grüße von Veronika

biber

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2

Dienstag, 7. Februar 2012, 14:04

RE: Schutztrieb

Südd.Wanderschäfer hatten in der kleinflächig strukturierten Landschaft immer wieder Konflikte mit Bauern, die nicht selten in körperlichen Auseinandersetzungen endeten. Scharfe Schutzhunde gewährleisteten dem Schäfer einen gewissen Schutz, der überwiegend auf Abschreckung basierte.

hüterin

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3

Dienstag, 7. Februar 2012, 17:21

RE: Schutztrieb

Zitat

Original von biber
Scharfe Schutzhunde gewährleisteten dem Schäfer einen gewissen Schutz, der überwiegend auf Abschreckung basierte.


Das heißt die Schutzhunde waren da um die Herde und Schäfer zu beschützen.
Gibt es im süddeutschen Raum noch viele Schäfer die solche Hütehunde besitzen?
Soweit ich von Berufskollegen aus dem Mitteldeutschen Raum weiß gab es solche Schutzhunde hier auch.
Achte den Hüter der Herde, wenn du willst, dass die Schafe in Frieden leben. (Sokrates)

Fina

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4

Dienstag, 7. Februar 2012, 17:35

Ist das so zu verstehen, daß durch das Einkreuzen dieser "scharfen Schutzhunde" die relativ hohe Naturschärfe z.B. der Süddeutschen Strobel entstand? :denk:
Ist die Hütearbeit mit ihnen schwieriger? Im Besonderen bei Störungen von außen?

biber

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5

Dienstag, 7. Februar 2012, 18:28

Die Wanderschäfer in Süddeutschland bevorzugten eine eierlegende Wollmilchsau. Die Hunde sollten scharfe Schutzhunde sein, dabei aber führig und gehorsam bleiben und gleichzeitig zuverlässige Hütehunde sein, die auch selbstständig arbeiten können. Dass die ausgeprägte Naturschärfe vieler Süddeutschen Hütehunde auf die Kreuzung von Hütehunden mit scharfen Herdenschutzhunden (Schafrüden) zuückzuführen ist, bleibt Spekulation. Kann sein, kann auch nicht sein, es gibt keinerlei schriftliche Belege. Fakt ist, dass es auch in Frankreich solche Hunde gibt,die sowohl schützen, als auch hüten können.
Die Hütearbeit mit Süddeutschen ist nicht unbedingt schwieriger, das ist auch eine Mentalitäts- und Gewohnheitsfrage. Es gibt Schäfer, die nur Südd. Hunde wollen, und andere, die lieber mit allem anderen hüten

CiuFio

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6

Mittwoch, 8. Februar 2012, 08:52

Auch in Italien gibt es Hunde, die sowohl hüten, wie auch schützen. Optisch zum Teil sehr ähnlich wie die Altdeutschen.

Hier ein Strobel (Quelle: https://www.facebook.com/groups/117642744384/)



Und hier ein junger italienischer Bergamasker:
Liebe Grüsse
Rahel

Fina

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7

Mittwoch, 8. Februar 2012, 09:35

Hallo Rahel,
sehr schöne Bilder hast Du da eingestellt.
Beim Strobelbild dachte ich es sei unsere Fina.
Ich glaube, wir haben so eine "eierfressende Wollmilchsau". Sie hütet und schützt, und wie... :pfeif:
Die starke und souveräne Führung, die sie braucht, hab ich nicht immer. Bei ihr haeißt es aufpassen, aufpassen, aufpassen...

walachin

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8

Donnerstag, 9. Februar 2012, 10:11

Ja, das ist echt spannend, wie sehr sich Hunde die die gleichen Funktionen erfüllen, sich häufig auch im Äusseren sehr ähneln, (wenn auch erwachsene Bergamasker dann ihre Filzplattern rumschleppen). Hüte- und Treibhunde begleiten eben schon lange ihre Schäfer und die bleiben auch nicht immer im Lande sondern ziehen mit hunden und Herde durch fremde Lande, treffen andere Hunde........

CiuFio

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9

Donnerstag, 9. Februar 2012, 13:02

Es ist wirklich spannend! :-)

Zitat

Original von walachin
...(wenn auch erwachsene Bergamasker dann ihre Filzplattern rumschleppen)...


Schleppen müssen nur die Ausstellungshunde. Der arbeitende Bergamasker sieht aus, wie der oberste auf folgender Seite: http://bergamasker.jimdo.com/aussehen/
Liebe Grüsse
Rahel

biber

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10

Donnerstag, 9. Februar 2012, 15:47

Es gibt in den italienischen Alpen noch eine weitere Rasse von Herdengebrauchshunden, den cane di oropa , auch cane biellese genannt.

http://www.youtube.com/watch?feature=pla…d&v=5Ohg6ZENzuA

CiuFio

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11

Donnerstag, 9. Februar 2012, 18:12

Ja, aber der ist, wie der Altdeutsche nicht FCI-anerkannt.
Liebe Grüsse
Rahel

biber

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12

Donnerstag, 9. Februar 2012, 18:17

Ich kenne keine Rasse oder Schlag von Arbeitshunden, denen eine FCI-nerkennung eine langfristige Verbesserung von Gesundheit, Langlebigkeit und Arbeitsbefähigung gebracht hat. :nene: :denk:

CiuFio

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13

Donnerstag, 9. Februar 2012, 19:30

Wenn ich von der HD-Problematik des AH höre, dann muss ich sagen, ist der Bergamasker trotz FCI-Anerkennung doch einen Schritt weiter. Gesundheitlich robust und langlebig. Das lange Fell der Ausstellungshunde ist mit einer Schere ratzfatz wieder auf eine arbeitstaugliche Länge gekürzt. Von daher hat der Bergamasker keine Einbussen zu beklagen. Wir hatten wohl Glück gehabt.
Obwohl die meisten Bergamasker nur noch als Familienhunde gehalten werden, haben sie ihre Hüteeigenschaften nicht verloren. Das hat sich bei einem Hüte-Anlagetest, auch mit Hunden, die seit Generationen nichts mehr mit hüten zu tun hatten, gezeigt.
Aber hat nicht mehr wirklich etwas mit dem hier thematisierten Schutztrieb zu tun ;-)
Liebe Grüsse
Rahel

walachin

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14

Freitag, 10. Februar 2012, 10:43

Beim Bergamasker muss man wohl eher auf den Inzuchtkoeffizienten schauen, der ist ja zum Teil besorgniserregend hoch. (In D noch besser als in anderen Ländern) Und in D wäre es schön, wenn ein paar mehr Hunde wirklcih an der Arbeit zu finden wären?
Grüße
Christel

CiuFio

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15

Freitag, 10. Februar 2012, 11:01

Zitat

Original von walachin
Beim Bergamasker muss man wohl eher auf den Inzuchtkoeffizienten schauen, der ist ja zum Teil besorgniserregend hoch.


Mit nur 2000 Hunden weltweit ist das tatsächlich ein Thema... man kann es aber problemlos umgehen, wenn man bereit ist, wie beim AH auch, einmal ein paar hundert Meter weiter zu fahren, um den idealen Deckpartner zu finden.
Liebe Grüsse
Rahel

moka

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16

Freitag, 10. Februar 2012, 11:59

Zitat

Original von CiuFio
Wenn ich von der HD-Problematik des AH höre, dann muss ich sagen, ist der Bergamasker trotz FCI-Anerkennung doch einen Schritt weiter. Gesundheitlich robust und langlebig. Das lange Fell der Ausstellungshunde ist mit einer Schere ratzfatz wieder auf eine arbeitstaugliche Länge gekürzt. Von daher hat der Bergamasker keine Einbussen zu beklagen. Wir hatten wohl Glück gehabt.
Obwohl die meisten Bergamasker nur noch als Familienhunde gehalten werden, haben sie ihre Hüteeigenschaften nicht verloren. Das hat sich bei einem Hüte-Anlagetest, auch mit Hunden, die seit Generationen nichts mehr mit hüten zu tun hatten, gezeigt.
Aber hat nicht mehr wirklich etwas mit dem hier thematisierten Schutztrieb zu tun ;-)


Das ist sooo nicht ganz richtig! Gerade weil auch bei den Bergamaskern HD ein Thema und zudem der Inzuchtkoeffizient extrem hoch (so hoch, wie ich ihn noch NIE bei AH aus offizieller Zucht gesehen habe) ist, wurde der Bergamasker in das Genomprogramm der Tierärztlichen Hochschule genommen, bei dem die genetische Basis der HD untersucht wird! Eine "HD-arme Zucht" ohne die Hilfe der genetischen Untersuchungen und ohne den COI noch mehr in die Höhe zu treiben, ist beim Bergamasker gar nicht mehr möglich!

Monika
moka

walachin

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17

Freitag, 10. Februar 2012, 15:14

Na ja, leider erreichen einzelne Züchter bei den AH ja auch (zum Teil bei mehrfach wiederholten Verpaarungen) Spitzenwerte von 25 % Inzuchtgrad, da ziehen sie dann gleich mit manchen Bergamaskerzuchten (nicht in D). Da gehört jetzt -seit 2011 - hoffentlich in der AAH der Vergangenheit an; klar kann es auch immer noch mal "Unfälle" geben.
Grüße
Christel

biber

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18

Freitag, 10. Februar 2012, 15:52

die Verwandtschaft unserer Süddeutschen in Frankreich und Italien zeigt zum Teil verblüffend ähnliche Verhaltensweisen, sowohl bei der Arbeit, als auch beim Verteidigen von Schäfer und Herde. Dieser Hundetyp zeigt Verhaltensmuster von Herdenschutzhunden und Hütehunden und ist überall dort verbreitet, wo die Schäfer nur einen oder zwei Hunde halten konnten.
http://www.dailymotion.com/video/x8hecn_crau_animals

http://www.dailymotion.com/video/xfgptm_…roupeau_animals

bei den jungen Beauceron sieht man auch schön, dass er wie viele Süddeutsche nicht über Jagdverhalten hütet sondern eher wie ein kontrollierender " Vorgesetzter" wirkt

walachin

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19

Freitag, 10. Februar 2012, 17:20

Schöne Videos, vor allem vom Crau - die ja auch als Süddeutsche durchgehen könnten! Und das Treiben der Puten ist auch klasse, bei so einem jungen Hund und den flatterhaften Tieren!
Gerd, meinst Du, um auf die kanadischen Wunschhunde zurückzukommen, die wären besser geeignet? Oder genauso gut wie die Süddeutschen?
Grüße
Christel

CiuFio

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20

Freitag, 10. Februar 2012, 18:05

Zitat

Original von walachin
Na ja, leider erreichen einzelne Züchter bei den AH ja auch (zum Teil bei mehrfach wiederholten Verpaarungen) Spitzenwerte von 25 % Inzuchtgrad, da ziehen sie dann gleich mit manchen Bergamaskerzuchten (nicht in D). Da gehört jetzt -seit 2011 - hoffentlich in der AAH der Vergangenheit an; klar kann es auch immer noch mal "Unfälle" geben.
Grüße
Christel

Wenn du von einem COI von 25% sprichst, wäre es noch hilfreich zu wissen, über wie viele Generationen dieser Wert ausgerechnet wurde. Der Wert verändert sich nämlich doch recht erheblich, wenn man anstatt über 5 über z.B. alle Generationen rechnet.
Bei einer aktiven Bergamasker-Züchterin in Deutschland ist das auch keine Kunst. Dieses Jahr gibt es in D im Frühling ausnahmsweise 2 Würfe (nachdem es letztes Jahr keinen gegeben hatte) und ein weiterer ist offenbar ungewiss :zwinker:
Die Linienzüchter, welche so extreme Inzuchtwerte produzieren findest du praktisch überall und bei jeder Rasse. Da braucht es einfach gute Zuchtwarte.

Hier noch ein Werbevideo der Italiener, um auch mit den andern Hütehunderassen an den Schafen zu arbeiten und nicht nur mit den Border Collies:
http://www.youtube.com/watch?v=uQhUiszmRDo
Liebe Grüsse
Rahel

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »CiuFio« (10. Februar 2012, 18:07)