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walachin

Schüler

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Wohnort: Christel Simantke

Beruf: Altdeutscher Fuchs

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21

Donnerstag, 6. Januar 2011, 22:03

MArkus, das glaube ich auch, dass ihr mit Eurer Hündin wirklich "einen guten Griff" gemacht habt. Passt alles gut zusammen, hoffentlich bleibt es so!
Grüße
Christel

Tina

Schüler

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Beruf: Altdeutscher Fuchs

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22

Freitag, 7. Januar 2011, 08:39

Also Marco,
was ich dir nur sagen kann, dazu ist, das du dir die Mutterhündin ganz genau angucken musst und die sollte dir schon gefallen. Weil die ja die meiste Zeit mit den Welpen verbring und die sie auch mit prägt.
LG Tina

Susanne Zander

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23

Freitag, 7. Januar 2011, 11:26

aber - kann man eigentlich auch zu früh anfangen, die Welpen diversen Umweltreizen auszusetzen?

Zu dieser Frage von mir ein klares ja!

Gerade bei den Altdeutschen halte ich nix davon, sie so früh überall mit hinzuschleppen: Welpenstunde, Abenteuerparcours, Stadtgänge - natürlich sollen die Hunde Neues erfahren können, um sicher zu werden. Abwechslung ist klasse, aber alles in Maßen und nicht zu viel.

Mir ist es wichtig, dass der Hund vor allem früh lernt, sich kurz zu kontrollieren. Er soll erst einmal nach mir schauen, seine Aktionen vor dem Reagieren durch Blickkontakt kurz mit mir abstimmen. Das geht aber nicht, wenn ständig Trubel drum rum veranstaltet wird und er als Hütehund das Gefühl hat, überall gleichzeitig sein zu müssen, um auf jeden Außenreiz schnell zu reagieren - wie es an der Herde ja nun mal oft nötig ist.

Darum ist meine Devise: Kopf des Hundes freihalten für das Wesentliche und nicht alles auf einmal. Ist die Grundsicherheit und das Vertrauen zu mir erst einmal da, dann ist er auch später noch bereit, sich jederzeit auf Neues einzulassen, bleibt vor allem dann dabei aber auch lenkbar.

Herzlichen Gruß von Susanne

Heidi

Fortgeschrittener

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24

Freitag, 7. Januar 2011, 18:42

@ Christel
zu deiner Frage:

Zitat

Heidi, damit meinst Du aber nicht, daß die Welpen bis zu 16 Wochen in ihrer Höhle (Zwinger / Wohnung / SCheune etc.) bleiben sollen??? ...

Nein, sollen sie sicher nicht. Ca von der 8. bis zur 16. Lebenswoche ist die Sozialisationsphase auf die Umwelt. Wolfs-/Hunde-Welpen verlassen die nähere Umgebung der Höhle nicht freiwillig, was letztendlich das Überleben der Wölfe sichert und erwachsene Hunde bei mangelhafter Sozialisation zu Problemhunden machen kann.
Der Hundewelpe reagiert in dieser Zeit i.d.R. mit Verweigerung (Mensch schleift den vermeintlich sturen Welpen an der Leine hinterher :nene:) oder Stress (Welpe beißt permanent in die Leine) auf den Versuch spazeren zu gehen.

Zitat

...DAs war ja so in etwa der Fall mit meinem geschilderten ersten Hund, Tschakka. 2. Beispiel: Eine Bekannte von mir hat vor nunmehr ca. 5 Jahren eine zu dem Zeitpunkt einjährige Strobelmixhündin aus einem Stall raus gekauft, den die Hündin, zusammen mit 2 Geschwistern, bis dahin so gut wie nie verlassen hatte,. Das ist heute ein erstaunlich guter und sicherer Hund, hätte aber genauso gut schief gehen können. ...

Denke, dass da noch viele andere Faktoren eine Rolle spielen, z.B. Erfahrungen mit Menschen, gute, schlechte oder überhaupt keine und die individuelle Konstitution.
Sehr wichtig ist es, dass Welpen in den ersten 8 Lebenswochen von Menschen berührt werden. Welpen, die in dieser Zeit nie in die Hand genommen wurden, können später zwar Vertrauen aufbauen zu einzelnen Menschen, bleiben aber zeitlebens im Umgang mit fremden Menschen ängstlich und schreckhaft.

Zitat

...Daher liebe vernünftige Prägung der Welpen, aber - kann man eigentlcih auchzu früh anfangen die WElpen diversen Umweltreizen auszusetzen? Grüße Christel

Dazu hat Susanne alles Wesentliche gesagt.
VG Heidi
Ein Hund hat die Seele eines Philosophen
Platon

fistel

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25

Sonntag, 9. Januar 2011, 18:05

Ich glaube hier passt ganz gut ein erster Erfahrungsbericht von meiner Tigerin.
Gerd hat mir schon oft erklärt, dasss gerade die AHs sich in nahezu jedem Alter "nachsozialisieren" lassen... in welchem Maße das zutrifft, hab`ich mir allerdings nicht vorstellen können bevor ich das letzte halbe Jahr die Tigerin beobachten konnte.
Als ich sie erworben hab`, war sie zwei Jahre alt, war noch nie Auto gefahren, nie ein Haus betreten, geschweige denn eine Treppe, kannte keinerlei andere Hunderassen oder war auch nur einmal nahe an einer Stadt.
Nach allem, was die Literatur über "Prägungs- und Sozialisierungsphasen" hergibt, ein hoffnungsloser Fall. Aber die meisten Schäfer die ich kenne stimmen darin überein, dass ein guter AH ein Jahr im Zwinger aufwachsen können muss und dann trotzdem absolut umweltsicher die Arbeit beginnen soll. Also einfach mal versucht und geschehen ist Folgendes:
Anfangs hat sie nach 3 Meter Autofahrt panisch gekotzt, lauthals geschriehen, als ich sie mit in den zweiten Stock nehmen musste, mit anderen Hunden konnte sie nichts anfangen, von Fremden wollte sie nicht angefasst werden und wenn, dann wurde geduckt erduldet, usw usw...
Selbstständig Treppen steigen konnte sie noch am selben Tag, entspannt Auto fahren nach nichtmal zwei Wochen. Fremde Menschen schiebt sie relativ respektlos seit ca 3 Monaten aus dem Weg und seit der selben Zeit fordert sie Fremde auch relativ aufdringlich zum Streicheln auf (wobei sie dabei aber dann anfangs absolut verspannt "genoss"). Das mit fremden Hunden hat etwas länger gedauert, hauptsächlich, weil bei den niederbayrischen Temperaturen weniger Hundegruppen zum Üben zu finden waren. Aber heute hat sie sich in einer Gruppe von 10 Hunden absolut entspannt und manchen gegenüber sogar penetrant verhalten (Nacken- und Keulengriff HRHR).
Die einzige Arbeit meinerseits bestand darin, sie neben mir herlaufen zu lassen und abzuwarten und ich bin sicher, dass ich ihr in Kürze auch die ersten Grenzen setzen muss.
Es deutet für mich vieles darauf hin, dass AHs anscheinend nicht im selben Maße an die oft beschriebenen Sozialisierungsphasen angewiesen sind, wie andere Hunde.
Dann wären bei der Welpenauswahl weniger die Kinderstube oder das Frühförderprogramm entscheidend, sondern in gaaaanz hohem Maße die Elterntiere.

Gruß
Daniel
Wer Rächtschreipfeler ,finden tut oder falschä kommas kan, sie behaltän!

Muecke

Anfänger

Beiträge: 50

Wohnort: Doris Roth

Beruf: Tiger

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26

Dienstag, 19. April 2011, 07:34

Guten Morgen,

meine Welpen habe ich mir immer nach folgenden Kriterien ausgesucht:
* gefallen mir die Elterntiere im Wesen und Charakter?
*(wie) arbeiten die Eltern?
*sind die Eltern gesund?
*wie wachsen die Welpen auf, sind sie gut sozialisiert, offen und freundlich?
* wird nur nach Bedarf gezüchtet und nicht "produziert?"

Bisher war es immer so, dass ich mir meinen Welpen nicht aussuchen konnte - nur sagen, den nehme ich oder den nehme ich nicht - weil die anderen Hündinnen immer schon vergeben waren oder es nur eine Hündin in dem Wurf gab. Bereuen musste ich es nie :D

Bei meiner Kleinen bin ich auch so vorgegangen: angerufen und den Hündinnenbesitzer mit Fragen ausgequetscht. Klang gut. Hingefahren, angesehen. Die Mutter war charakterlich so, wie es mir gefällt, die Welpen gesund, propper, aufgeweckt und gut sozialisiert. Die einzige noch freie Hündin gefiel mir...und jetzt lebt sie bei mir :-)

Deichgraf

Anfänger

Beiträge: 33

Wohnort: Der Graf

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27

Montag, 23. Mai 2011, 10:01

Ich finde, dieses Thema könnte auch einen Untertitel vertragen:

"Wie schätzt man sich selbst ein" :)

Wir haben bei unserem letzten Hund den quirligsten, dominantesten und frechsten Typen aus dem Wurf gewählt. Siehe da, er war in seiner Gesamtentwicklung auch ein echter "Alpha- Rüde" der seinen Kopf hatte und den auch versuchte mit Intensität durchzusetzen. Das ging bis zu Angriffen auf sein Rudel (Familie). Wir haben den Kerl in den Griff bekommen, haben aber manchmal danach gedacht: "hätten wir nicht lieber die schüchterne Kleine nehmen sollen?" Alles in Allem hat der Hund Spaß gemacht und wir hatten eine schöne Lebenszeit.

Bei unserem jetztigen Hund haben wir uns bewusst gegen die dominante und agilere Type entschieden. In der Beobachtung beim Spielen fiel auf, dass er zuerst beobachtet hat und dann in das Geschehen eingriff. Seine Schwester dagegen ist immer wild drauf los und hat die Action für sich gepachtet.

Wir haben uns selbst eingeschätzt, dass wir jetzt ein paar Jahre Älter geworden sind und lieber den ruhigeren und zurückhaltenderen Typen haben wollten. Wir sind froh über die Entscheidung. Die Rasse an sich ist schon eine Herausforderung, da muss man sich nicht noch das schwierigste Tier raussuchen. :)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Deichgraf« (23. Mai 2011, 10:02)


28

Mittwoch, 17. Mai 2017, 10:54

Ich finde das auch schwierig das bereits im Welpenalter zu erkennen, da die Hunde doch oftmals noch eine große Entwicklung durchlaufen. Viel hängt halt dann auch von der Erziehung etc. ab.